Stockschützen verteidigen den Pokal

Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde die Harthauser Dorfmeisterschaft erneut zu einem sportlichen und geselligen Treffpunkt für zahlreiche Vereine und Gruppen aus dem Ort.
Stockschützen verteidigen den Pokal

Wenn sich acht Mannschaften bei über 30 Grad sechs Stunden lang auf den Stockbahnen messen, dann braucht es neben Treffsicherheit vor allem eines: Ausdauer. Bei der diesjährigen Harthauser Dorfmeisterschaft der Stockschützen am Samstag, 20. Juni, waren deshalb nicht nur sportliches Geschick, sondern auch ausreichend Flüssigkeitszufuhr und eine gute Kopfbedeckung gefragt.

Am Ende setzte sich erneut der Gastgeber durch. Die Stockschützen Harthausen verteidigten ihren Titel aus dem Vorjahr und durften den Wanderpokal wieder in Empfang nehmen. So eindeutig, wie das Endergebnis zunächst vermuten lässt, verlief das Turnier allerdings keineswegs. Nach insgesamt 48 Partien lagen gleich drei Mannschaften punktgleich an der Spitze. Erst die bessere Stockdifferenz entschied schließlich zugunsten der Gastgeber.
Neben den Stockschützen erreichten auch der Stopselclub und der Heimatkreis jeweils zehn Punkte und lieferten sich bis zum Schluss ein spannendes Rennen um den Turniersieg. Dass die aktiven Stockschützen durch ihr regelmäßiges Training einen gewissen Vorteil besitzen, war zwar nicht zu übersehen. Gleichzeitig zollten viele Vereinsmitglieder den teilnehmenden Hobby-Mannschaften Respekt. Die ungeübten Spieler machten nach Einschätzung der Aktiven eine überraschend gute Figur und sorgten immer wieder für sehenswerte Würfe.

Für die Zuschauer bot das Turnier zahlreiche spannende Momente. Immer wieder musste der Schiedsrichter mit dem Maßband entscheiden, welcher Stock am Ende näher an der Daube lag. Gelegentlich verließ auch ein Stock nach etwas zu schwungvollem Anlauf die Bahn auf eher unkonventionellem Weg. Spätestens dann war klar, dass bei der Dorfmeisterschaft nicht nur der sportliche Ehrgeiz, sondern auch der Spaß eine wichtige Rolle spielte.
Auch Grasbrunns Erster Bürgermeister Sebastian Stüwe ließ es sich nicht nehmen, selbst zum Stock zu greifen. Während des Turniers unterstützte er die Mannschaft der Stockschützen und stellte dabei unter Beweis, dass er auch auf ungewohntem sportlichem Terrain eine ordentliche Figur abgibt.

Zu den besonderen Teilnehmern des Tages gehörte Georg Grabmeier. Mit 89 Jahren war er nicht nur der älteste Starter des Turniers, sondern auch eine prägende Persönlichkeit des Vereins. Von der Gründung im Jahr 1979 bis 2018 stand er als Vorstand an der Spitze der Stockschützen und gehört bis heute zu den bekanntesten Gesichtern des Vereins.
Für einen kurzen Schreckmoment sorgte ein medizinischer Zwischenfall während der Veranstaltung. Die First Responder aus Harthausen waren jedoch schnell vor Ort und konnten die Situation professionell und zügig bewältigen.

Bei der Siegerehrung bewiesen die Teilnehmer erneut Humor. Als die Mannschaft des Burschenvereins ihre Urkunde entgegennahm, stellte Maximilian Mende augenzwinkernd fest, man sei zwar vermutlich nicht die beste Mannschaft des Turniers gewesen, aber ganz sicher die lustigste.

Pokalübergabe an den Sieger (v.L.) Grasbrunns Erster Bürgermeister Sebastian Stüwe, Klaus Rojt, Vorstand Norbert Rademacher, Christian Schmid, Stefan Humplmair.

Großes Lob erhielt die Organisation rund um Vorstand Norbert Rademacher und sein Team. Trotz der hohen Temperaturen verlief die Veranstaltung reibungslos. Die Grillstation war durchgehend besetzt, für ausreichend Getränke war gesorgt und längere Wartezeiten blieben aus.
Der Verein zählt derzeit 58 Mitglieder und nutzt die Dorfmeisterschaft seit Jahren auch als Gelegenheit, für den Stocksport zu werben. Rademacher hofft, dass sich einige Teilnehmer nach ihren positiven Erfahrungen für eine Mitgliedschaft entscheiden. Besonders am Herzen liegt ihm dabei der Aufbau einer Jugendmannschaft. Eine Herausforderung stellen allerdings die Kosten dar. Ein einzelner Jugendstock kostet rund 350 Euro, für einen regulären Spielbetrieb werden mehrere Sätze benötigt.

Für Gesprächsstoff sorgte am Rande auch der Wanderpokal, der 2019 vom damaligen Ersten Bürgermeister Klaus Korneder gestiftet wurde. Uneinigkeit herrscht derzeit über die Frage, ob der Pokal nach fünf Austragungen oder erst nach drei aufeinanderfolgenden Siegen dauerhaft in den Besitz eines Vereins übergeht. Grasbrunn Erster Bürgermeister Sebastian Stüwe sagte den Verantwortlichen zu, die Angelegenheit prüfen zu lassen und gegebenenfalls einen neuen Wanderpokal zu stiften.

Die Harthauser Dorfmeisterschaft zeigte einmal mehr, was den Ort auszeichnet: sportlichen Ehrgeiz, Gemeinschaftssinn und die Fähigkeit, auch bei hochsommerlichen Temperaturen den Humor nicht zu verlieren. Genau diese Mischung macht die Veranstaltung seit Jahren zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens in Harthausen.

Am Ende lautete das Ergebnis: Die Stockschützen sicherten sich mit 10:4 Punkten den Turniersieg vor dem punktgleichen Stopselclub und dem Heimatkreis. Es folgten die Krieger- und Soldatenkameradschaft, die Feuerwehr, das Dorftheater, der Schützenverein Frohsinn sowie der Burschenverein.

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