Sanierungen im Sportpark Grasbrunn über Fördermaßnahmen geplant

Mit einem klaren Votum hat der Gemeinderat Grasbrunn in seiner letzten Sitzung des Jahres die Weichen für eine mögliche Bundesförderung der Sportstätten gestellt.
Sportpark von Oben

In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres am 16. Dezember 2025 stand ein Thema auf der Tagesordnung, das viele Vereine und Nutzer der Sportanlagen seit Jahren beschäftigt. Entsprechend gut besucht war der Sitzungssaal. Unter den Zuhörern befanden sich auch mehrere Mitglieder des TSV Grasbrunn sowie des Tennisclub Neukeferloh (TCN). Im Vorfeld war vereinzelt gemutmaßt worden, der Tagesordnungspunkt sei aus wahlpolitischen Gründen noch kurzfristig angesetzt worden.

Dieser Einschätzung widersprach Grasbrunns Erster Bürgermeister Klaus Korneder deutlich. Ihm sei es wichtig gewesen, das Thema noch 2025 im Gemeinderat zu beraten, um ein Meinungsbild zu erhalten. Hintergrund ist das neue Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“, für das Anträge bereits bis zum 15. Januar 2026 eingereicht werden müssen. Ohne eine klare Präferenz des Gremiums hätte eine fristgerechte Antragstellung kaum seriös vorbereitet werden können.

Wie bereits in früheren Berichten von Grasbrunn Aktuell zum Zustand der Sportanlagen am Sportpark thematisiert, besteht seit Jahren ein erheblicher Sanierungsbedarf. Nun eröffnet das erstmals mit 333 Millionen Euro ausgestattete Bundesprogramm die Möglichkeit, bis zu 45 Prozent der Kosten, in Haushaltsnotlagen sogar bis zu 75 Prozent, fördern zu lassen. Voraussetzung ist allerdings eine Projektgröße von mindestens 250.000 Euro.

Die Verwaltung stellte dem Gemeinderat drei Varianten vor, die in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Treiber erarbeitet worden waren. Allen gemeinsam ist die Sanierung der Tartanbahn, für die bereits ein Angebot über rund 327.900 Euro vorliegt. Diese Maßnahme allein wäre jedoch nicht förderfähig, da sie die Mindestanforderungen des Programms nicht erfüllt.

Variante 1 sieht neben der Tartanbahn die Verlängerung des Kunstrasenfeldes vor, würde allerdings einen bestehenden Tennisplatz betreffen. Da Tennisplätze idealerweise in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sein sollten, hätte dies langfristige Einschränkungen für den Spiel- und Turnierbetrieb bedeutet – ein Punkt, der auch in früheren Diskussionen rund um die Traglufthalle bereits kritisch gesehen wurde.

Variante 2 setzt ebenfalls auf eine Verlängerung des Kunstrasenfeldes, erfordert jedoch die Verlegung der Stockbahn und der Boule-Bahn sowie geringfügige Grundstückserweiterungen. Aus Sicht der Verwaltung bietet diese Lösung die besten Voraussetzungen für einen regelkonformen Spielbetrieb, eine bessere Planbarkeit für den TSV und eine spürbare Entlastung der beiden Rasenplätze – insbesondere bei schlechter Witterung.

Die dritte Variante beschränkt sich auf die Sanierung des bestehenden Kunstrasenfeldes, dessen Lebensdauer voraussichtlich in zwei bis vier Jahren endet. Das derzeit verbaute Granulat genießt zwar noch Bestandschutz, dürfte im Rahmen einer Sanierung jedoch nicht erneut eingebaut werden, was zusätzliche Kosten nach sich ziehen würde.

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile folgte der Gemeinderat mehrheitlich der Empfehlung der Verwaltung und sprach sich für Variante 2 aus. Damit ist noch keine endgültige Entscheidung über die Umsetzung gefallen, wohl aber die Grundlage geschaffen, fristgerecht eine Projektskizze beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung einzureichen.

Ob und in welcher Höhe Grasbrunn letztlich von der Förderung profitiert, wird sich erst nach Abschluss des Auswahlverfahrens zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Mit dem Beschluss hat der Gemeinderat ein Signal gesetzt, dass die Sportstättenentwicklung weiterhin ein zentrales Thema der Gemeindepolitik bleibt – ganz im Sinne der zahlreichen Vereine, die darauf seit Jahren warten.

Teilen mit:

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung der von Ihnen angegebenen, personenbezogenen Daten zu.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Es werden alle Kommentare moderiert. Lesen Sie bitte auch unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.