Hausärzte bleiben auf Impfdosen sitzen

Covid-19 Impfung

Das Impfzentrum in Haar und auch die Hausärzte in den umliegenden Gemeinden melden einen massiven Rückgang von Covid-19 Impfungen in den letzten Wochen.
Derweil steigen die Inzidenzwerte in München wieder an. Am Sonntag meldete das Robert-Koch-Institut 139 neue Fälle der Delta-Variante. In Bayern sind bis jetzt durchschnittlich 50 Prozent der Bürger geimpft.

“Wir vermuten, dass die gesunkenen Inzidenzwerte, das schöne Wetter und die allgemeine Corona-Müdigkeit dazu führen, dass die Impfbereitschaft nachgelassen hat.” so ein Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes.

Zudem haben sich viele Bürger bei den Impfzentren und Ärzten für Impfungen registriert, sagen aber Termine nicht rechtzeitig ab, wenn sie Impfungen bereits anderweitig erhalten haben.
Das führt dazu, das Impfdosen liegen bleiben und nach ein paar Tagen auch entsorgt werden müssen. Dadurch entstehen den Ärzten immense Kosten, da sie die Impfdosen selbst bezahlen müssen.

Politiker der Regierungskoalition fordern nun, dass den “Impfschwänzern” Kosten von 25- 30 Euro in Rechnung gestellt werden sollen.
“Die Terminausfälle führen dazu, dass langsamer geimpft wird, als möglich und dass der Impfstoff weggeworfen werden muss. Das ist kein Kavaliersdelikt”, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in den ARD-Tagesthemen.

Bei Impfwilligen ist die Sorge andererseits so groß, dass sie sogar bereit sind, kreuz und quer durchs Land zu fahren, um eine Impfung zu bekommen.
Am Donnerstag, den 30.06.2021 meldete das Landratsamt Berchtesgaden [1] eine Sonderimpfaktion im Impfzentrum Ainring für Freitag, den 2. und Samstag, den 3. Juli für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren (die Seite ist mittlerweile nicht mehr verfügbar). Auch diverse Radiostationen berichteten darüber.

Das führte dazu, dass sich viele Münchner mit ihren Kindern ins Auto setzten, nur um dann im Impfzentrum Ainring zu erfahren, dass die Impfungen nur bei Kindern, die im Landkreis Berchtesgaden wohnen durchgeführt werden.

Aber auch Informationen zu Impfungen die über die sozialen Netzwerke geteilt werden, sorgen für Chaos. Gynäkologen, Kinderärzte, Orthopäden u.a. Arztpraxen berichten von einem wahren “Telefonterror”, der durch “WhatsApp” und andere Messenger-Dienste entstanden ist.
“Mein Team hängt praktisch nur noch am Telefon, um Fragen zur Impfung zu beantworten.” erzählt ein Arzt aus Vaterstetten. “Wir haben faktisch kaum mehr Zeit, uns um unsere anderen Patienten zu kümmern.”

Deshalb bitten die Impfzentren und zugelassenen Ärzte noch einmal eindringlich darum, die Impftermine wahrzunehmen oder rechtzeitig abzusagen und auch zu melden, wenn die Impfung bereits durch einen anderen Arzt durchgeführt wurde.

Alle Bürger, die im Landkreis München wohnen, können sich übrigens vom 7. bis 14. Juli abends im Rahmen der Sonderimpfaktion “Nach der Arbeit zum Impfen” in den vier Impfzentren mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen.
Ab Montag, 5. Juli, kann man beim zuständigen Impfzentrum telefonisch einen Termin vereinbaren.

Impfzentrum Haar: 089-24 88 06 660
Impfzentrum Oberhaching: 089-24 88 61 960
Impfzentrum Unterschleißheim: 089-31 20 344-22
Impfzentrum Planegg: 089-31 20 344-22 (hier keine verlängerten Öffnungszeiten, dennoch Terminvereinbarung für Sondertermine möglich)

Um eine vorherige Registrierung zur Impfung unter www.impfzentren.bayern.de wird gebeten.

Quellen: